1.000 Arten zu leben und zu sterben

Medialität hat es schon immer gegeben, zu allen Zeiten und in allen Völkern. Die Welt ist zunehmend komplexer geworden, was zwar nicht Einfluss auf die Medialität selbst hat, jedoch auf die Anforderungen an das Medium. Dies betrifft insbesondere die Beweisführung, denn in unserer bunten und vielschichtigen Welt gibt es 1.000 Arten, zu leben und zu sterben, die das Medium entschlüsseln muss.

Der Klient muss sicher sein

Wer Kontakt zu einem Verstorbenen sucht, hat meist ein bestimmtes Anliegen. Derjenige möchte wissen, ob es seinem Lieben gut geht oder hat noch persönliche Dinge zu klären, was zu Lebzeiten nicht mehr möglich war. Deswegen ist es wichtig, dass der Klient sicher ist, dass das Medium wirklich seinen Verstorbenen “am Draht” hat. Hierzu dient die Beweisführung. Je detaillierter diese ist, umso besser. 

Beispiel: Eine Großmutter damals und heute

Doch was ist die Herausforderung dabei für das Jenseitsmedium? Stellen wir uns eine Großmutter vor, die vor vielleicht 200 Jahren gelebt hat und mit der ein Medium Kontakt hat. Diese Großmutter trug mit großer Wahrscheinlichkeit ein kittelähnliches Kleid, hatte einen Dutt, konnte hervorragend backen und kochen und war das Herz der Familie und immer Zuhause. Wie sieht unsere Welt heute aus? Eine Großmutter, die heutzutage stirbt, stand womöglich noch voll im Berufsleben, war zum zweiten Mal verheiratet, trieb aktiv Sport, fuhr gern Cabrio und machte bevorzugt Urlaub auf Mallorca. Ähnliches betrifft Berufe. Es gibt zehn- oder sogar hunderttausende von Berufen, denen der heutige Mensch – Mann und Frau – nachgeht. Für ein Jenseitsmedium ist es immens schwierig, den Beruf des Verstorbenen zu ermitteln. 

Die Komplexität der Beweisführung

Nun möchte ich keine Klischees bedienen, jedoch geht es um die Komplexität in der Beweisführung hinsichtlich der Individualität von Personen. Es gibt 1.000 Arten zu leben und aus all diesen heutigen Lebensstilen, die sich so grundlegend von denen in früheren Zeiten unterscheiden, muss das Medium die Botschaften des Verstorbenen in verständliche und passende Worte fassen, die es mittels seiner Hellsinne empfängt. 

Ermittlung der Todesursache

Ähnlich komplex sind die Todesursachen, die ebenfalls wichtiger Teil der Beweisführung sind. Es gibt wirklich Todesarten, die kann man sich nicht ausdenken! Hier ist das Medium gefordert, so offen und neutral wie möglich und auf alles gefasst zu sein, wie oder woran die Person gestorben ist. Gab es eine Krankheit? Wenn ja, welche? War diese tödlich oder eine andere? Oder war es Siuzid? Wenn ja, wie? War es ein Unfall? Mit dem Auto? Beim Schwimmen? Beim Sport? Oder lag ein Verbrechen vor? Wenn ja, welcher Art? Oder ist letztendlich gar nicht bekannt, woran derjenige gestorben ist? Du siehst: Es gibt 1.000 Arten zu sterben, und diese eine davon muss das Medium möglichst genau im Jenseitskontakt ermitteln.

Ein Jenseitskontakt ist keine Abfrage 

“Aber dazu ist das Medium doch da, um all das heraus zu bekommen”, mag der Klient denken. Das ist richtig, aber: Ein Jenseitskontakt ist keine Abfrage der Stationen des Verstorbenen, kein Verhör und kein Test, ob das Medium was taugt. Ein gutes und qualifiziertes Jenseitsmedium wird von sich aus Beweise liefern, und zwar mit größtmöglicher Präzision. Dabei ist es ganz normal und natürlich, dass nicht alle Angaben zu 100% stimmen können. Hier ist die Offenheit des Klienten gefragt, der ja Teil des Jenseitskontaktes ist. Zweifel sind nicht angebracht, dass es sich um den richtigen Verstorbenen handelt, wenn eine Information mal nicht passt. Dann ist es einfach schade, wenn am Ende des Readings bleibt “Na ja, das meiste hat ja gepasst”, obwohl der Verstorbene präsent war und die Kernthemen geklärt wurden. Es ist aus meiner Sicht unabdingbar, dass der Klient sich ebenso mit ganzem Herzen einbringt wie das Medium und sich für den Kontakt ins Jenseits öffnet.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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